Honeywell Technologies veräußert das Geschäft für Lager- und Workflow-Lösungen, um den Fokus auf industrielle Automatisierung zu stärken
Strategische Neuausrichtung auf reine industrielle Automatisierung
Honeywell Technologies hat den Verkauf seines Geschäftsbereichs Warehouse and Workflow Solutions (WWS) an American Industrial Partners abgeschlossen. Dieser Schritt stärkt Honeywells langfristige Strategie, sich auf industrielle Automatisierung, SPS, DCS und fortschrittliche Steuerungssysteme zu konzentrieren, die den globalen Übergang von Automatisierung zu Autonomie unterstützen. Darüber hinaus steht die Veräußerung im Einklang mit Honeywells umfassenderen Umstrukturierungsmaßnahmen im industriellen Portfolio.
Warum Honeywell sich auf Kernmärkte der Automatisierung fokussiert
Honeywells WWS-Geschäft operierte unter den Marken Intelligrated und Transnorm. Durch die Veräußerung dieses Segments kann Honeywell mehr Ressourcen auf wachstumsstarke Automatisierungsbereiche wie Fabrikautomation, Prozesssteuerung und autonome Industriesysteme konzentrieren. Aus meiner Erfahrung mit groß angelegten DCS- und SPS-Einsätzen wissen wir, dass Unternehmen ihre Portfolios oft straffen, um den Fokus der Ingenieure zu verbessern und Innovationszyklen zu beschleunigen. Honeywells Entscheidung folgt diesem Muster.
Führungsperspektive zum Übergang von Automatisierung zu Autonomie
Honeywell-CEO Vimal Kapur betonte, dass der Verkauf Honeywells Identität als reines Automatisierungsunternehmen schärft. Das Unternehmen strebt daher an, die industrielle Branche beim Wandel von traditioneller Automatisierung hin zu autonomen Abläufen anzuführen – ein Bereich, in dem fortschrittliche Steuerungsalgorithmen, Echtzeit-Datenschichten und KI-gesteuerte Entscheidungssysteme eine entscheidende Rolle spielen. Diese Ausrichtung spiegelt Branchentrends wider, bei denen moderne Anlagen selbstoptimierende Steuerungssysteme und vorausschauende Betriebsintelligenz verlangen.
Jüngste Portfolioveränderungen stärken Honeywells Position
Seit 2025 hat Honeywell bedeutende strukturelle Veränderungen durchlaufen. Im Juni 2026 wurde das Geschäftsfeld Aerospace Technologies ausgegliedert und Honeywell Aerospace (Nasdaq: HONA) gegründet. Zudem trennte sich Honeywell 2025 vom Geschäft mit Solstice Advanced Materials. Diese Schritte zeigen ein klares Muster: Honeywell konsolidiert sich rund um industrielle Automatisierung, Prozesssteuerung und digitale Betriebsabläufe.
Akquisitionsstrategie zur Unterstützung der Automatisierungsführerschaft
Seit 2023 hat Honeywell rund 11,5 Milliarden US-Dollar in Übernahmen investiert, die seine Automatisierungsfähigkeiten erweitern. Wichtige Ergänzungen sind Compressor Controls Corporation, SCADAfence, Sundyne und Li-ion Tamer. Dadurch hat Honeywell seine Position in den Bereichen Turbomaschinensteuerung, Cybersicherheit für OT-Netzwerke, industrielle Gaskompression und Batteriesicherheitsüberwachung gestärkt – alles entscheidende Bereiche für moderne industrielle Steuerungssysteme.
Weitere Veräußerungen zur Straffung des operativen Fokus
Honeywell hat 2025 sein PPE-Geschäft veräußert und plant, den Verkauf seines Geschäftsbereichs Productivity Solutions and Services Anfang August 2026 abzuschließen. Diese Veräußerungen reduzieren die operative Komplexität und ermöglichen es Honeywell, sich auf wertschöpfende Automatisierungstechnologien wie fortschrittliche DCS-Plattformen, autonome Anlagensysteme und industrielle IoT-Intelligenzschichten zu konzentrieren.
Honeywells Vision für Führerschaft in der industriellen Automatisierung
Honeywell Technologies positioniert sich als globaler Automatisierungsführer mit mehr als 50.000 Mitarbeitern und jahrzehntelangen Betriebsdaten. Die Plattformen Honeywell Technologies Accelerator und Honeywell Technologies Forge bieten einheitliche Intelligenzschichten für Gebäude-, Industrie- und Prozesssektoren. Aus meiner Sicht sind diese Plattformen essenziell, um Legacy-SPS/DCS-Systeme mit modernen cloudbasierten Analysen und Autonomie-Frameworks zu integrieren.
Ausblick und Marktrisiken
Honeywell erkennt mehrere makroökonomische und geopolitische Risiken, die die zukünftige Leistung beeinflussen könnten. Dennoch bleibt das Unternehmen zu seiner auf Automatisierung ausgerichteten Strategie zuversichtlich. Industrielle Kunden verlangen zunehmend widerstandsfähige Steuerungssysteme, sichere OT-Netzwerke und autonome Betriebsfähigkeiten – Bereiche, in die Honeywell weiterhin investiert.
Anwendungsszenarien und industrielle Anwendungsfälle
Autonome Prozessanlagen
Honeywells Autonomiestrategie unterstützt Chemie-, Öl- & Gas- sowie Kraftwerke, die selbstoptimierende DCS-Architekturen anstreben.
Intelligente Fertigung und Fabrikautomation
Honeywells Steuerungsplattformen integrieren SPS-, SCADA- und MES-Schichten, um Durchsatz zu verbessern und Ausfallzeiten zu reduzieren.
OT-Cybersicherheit für kritische Infrastrukturen
Übernahmen wie SCADAfence stärken Honeywells Fähigkeit, industrielle Netzwerke gegen moderne Cyberbedrohungen abzusichern.
Turbomaschinen- und Energiesysteme
Compressor Controls Corporation erweitert Honeywells Angebot für hochpräzise Turbomaschinensteuerungssysteme.
Über den Autor
Geschrieben von Liang Chen, einem erfahrenen Spezialisten für industrielle Automatisierung mit 15 Jahren Erfahrung in SPS, DCS, TSI und Stromschutzsystemen. Er hat technische Inhalte für globale Automatisierungsanbieter und Fachmedien beigesteuert, mit Fokus auf Steuerungssystemarchitektur, Zuverlässigkeitstechnik und digitale Transformation in industriellen Umgebungen.